Alles im Flow? Warum Surfen so süchtig macht.

Flow bezeichnet in der motivationspsychologischen Forschung einen Zustand in dem einem keine ablenkenden Gedanken oder Sorgen ins Bewusstsein treten und man sich voll und ganz auf eine Sache konzentriert. Flow stellt dabei eine Quelle intrinsischer Motivation dar. Das bedeutet, die Tätigkeit wird um ihrer selbst Willen durchgeführt und nicht weil man unbedingt muss, um beispielsweise Geld zu verdienen oder die Hausarbeit fertig zu schreiben. Bei letztgenanntem würde man von extrinsischer Motivation sprechen. Nicht selten kann man daher auch im Flow-Zustand das Zeitgefühl verlieren.

Es wird vermutet, dass Flow dann auftritt, wenn die durch die Situation gegebenen Anforderungen mit den sportlichen Fähigkeiten im Einklang stehen. Auch wenn dieses Konzept aus empirischer Sicht nicht unumstritten ist, kann ich mich selbst gut an Situationen im Wasser erinnern, in denen ich mich in diesem Zustand fühlte. Wenn die Wellen groß genug für mich kleine Anfängerin und klein genug für alle anderen vermeintlichen Pro’s waren, sodass sie dem Wasser fern blieben, dann gelang es mir die ein oder andere Welle zu erwischen.Ich hatte riesigen Spaß, war nur auf die Sache konzentriert und habe alles um mich herum vergessen. Ich war im Flow.

Natürlich klappte das nicht jeden Tag. Denn nicht immer sind die situativen Anforderungen (kleine Crowd, Wellen für mein Surfniveau) so gegeben, dass sie mit den persönlichen sportlichen Fähigkeiten im Einklang stehen (müde Arme, mangelnde Erfahrung, individuelles Fähigkeitsniveau). Dann gibt’s leider auch keinen Flow. Aber in richtig guten Session’s ist sicher auch immer Flow-Erleben mit dabei und man ist motiviert immer und immer wieder auf’s Neue ins Wasser zu hüpfen und los zu paddeln. Auch wenn manche Session’s mal nicht so gut sind, so reicht die intrinsische Motivation aus, die durch den Flow-Zustand angefeuert wird, auch aufgescheuerte Haut, wipe out’s oder breite Paddelschultern in Kauf zu nehmen. Natürlich spielen noch andere Dinge eine Rolle, die surfen zur Sucht machen! Ich glaube aber viele von euch scheinen schon mit Flow vertraut zu sein ohne zu wissen, dass es dazu tatsächlich einen Begriff gibt.

Und übrigens: Flow lässt sich nicht nur beim Surfen finden. Auch in anderen Sportarten kommt es zum Flow-Erleben und sogar beim arbeiten kann man im Flow sein. Wer von euch war nicht schon mal ganz vertieft in seine Arbeit und hat dann festgestellt, dass tatsächlich schon zwei Stunden vergangen sind? Ging mir jedenfalls gerade beim schreiben dieses Eintrags so. Also achtet doch mal drauf! Und hey: Flow beim surfen ist natürlich das Beste! 🙂

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